Sonntag, 18. Oktober 2015

[REZENSION] Luci van Org "Schneewittchen und die Kunst des Tötens"


Luci van Org
"Schneewittchen und die Kunst des Tötens"
Verlag: U-Line
Erscheinungstermin: 11. September 2015
Preis: 9,95 € (broschiert)
          6,99 € (e-Book)

"Komm doch mal rüber Mann und setz dich zu mir hin, weil ich ein Mädchen bin, weil ich ein Mädchen bin.." Diese Songzeilen mögen vielleicht noch einige von euch kennen, deren Teeniezeit in den 90ern lagen, denn die Zeilen stammen von einem damals sehr beliebten Song von Luci van Org... Ich erinnere mich noch so gut daran, weil mein Cousin mir diesen ständig vorgespielt hat... Was das mit diesem Buch zutun hat? Nun im Grunde wenig, außer, dass wir von derselben Sängerin nun eines Ihrer Bücher vorliegen haben, denn Lufi van Org ist inzwischen Autorin.
Das hat mich ehrlich gesagt neugierig gemacht. Der Klappentext versprach eine lustige Geschichte, ein wenig Erotik und eine Märchenadaption.... Hmmm gut, mal schauen, wie das umgesetzt wurde...

Zunächst einmal bin ich vom Schreibstil wirklich positiv überrascht, die Worte fliegen dahin und sind locker leicht geschrieben. Der versprochene Humor ist erkennbar, immer wieder haben wir ein paar Witze Dialoge, schwarzen Humor, aber auch einige Anspielungen.

Das Setting der Charaktere ist ebenfalls ganz amüsant. Da haben wir Schneewittchen, Nina, die in einer WG der sieben Zwerge wohnt, alles nerdige Rollenspieler, die so gar nichts zwergenhaftes an sich haben. Und wir haben die böse Mutter von Nina, für die deren "Freund" Ivo, mit Nachnahmen Jäger als Koch arbeitet,... Damit hört es aber auch auf mit den Gemeinsamkeiten zum Märchen, wäre da nicht noch irgendwann der gläserne Sarg eines Serienkillers. Diesen wiederum kann man gar Kirchenmusik dem Märchen im Einklang bringen, aber das muss man auch nicht, denn auch die eigentliche Geschichte des Buches hat ansonsten wenig damit gemein.

Auf knapp 140 Seiten kann sich auch keine große Geschichte entfalten. Dennoch hat mich die Geschichte, obwohl ich auch nicht viel erwartet hatte, recht enttäuscht. Es gab viele Wirkungen und einiges kam mir sehr zusammenhanglos und unvollendet vor. 
Ich bin mir immer noch unschlüssig, was der Serienkiller darin sollte und wie die einzelnen Handlungen wirklich eine zusammenhängende Geschichte mit Sinn abgeben sollten.
Die leicht angedeutete Erotik auf dem Klappentext - Schneewittchen und Jäger, die beide auf BDSM stehen, kommen zwar ansatzweise immer wieder in sexuellen Szenen vor, ob in der WG, in einem Swinger Club oder auch die freizügige Mutter, aber so wirklich dann doch nicht. Andeutungen ohne Sinn und ohne Zusammenhang zur Geschichte, genau wie so einiges anderes. Es wirkt doch alles sehr aufgesetzt erzwungen. 

Auch wenn ich schon weniger erwartet habe, so bin ich doch von dem Büchlein enttäuscht. Vielleicht bin ich ja nur die Falsche für solche Geschichten und die Autorin, die ja schon einige andere solche Werke veröffentlicht hat, und der Verlag haben eigentlich eine ganz ander Zielgruppe, zu denen ich dem Anschein nach nicht gehöre. Schade, hätte amüsant und unterhaltsam werden können... So war das Büchlein recht schnell durchgelesen und ab und zu zwar geschmunzelt (Zwergennamen und Ikea), aber hauptsächlich mit Stirnkrausen und Fragezeichen auf der Stirn, was das alles nun sollte...

Leider von mir keine wirkliche Empfehlung...


Danke an den U-Line-Verlag und Blogg dein Buch für Verfügungstellung dieses Rezensionsexemplares!

Und wie immer entsprechend der Regeln, schaut doch mal hier vorbei:
Der Verlag:                www.u-line-verlag.de
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