Sonntag, 18. Oktober 2015

[REZENSION] Chris Weitz "Young World - Die Clans von New York"

Eine Welt ohne Erwachsene... wie würde sie aussehen ?


Chris Weitz 
"Young World - Die Clans von New York"
Verlag: dtv
Erscheinungstermin: 22. September 2015
Preis: 18,95 € (gebunden)
          15,99 € (e-Book)

Eine Welt ohne Erwachsene... Eine Seuche tötete alle Erwachsenen und kleinen Kinder, bis auf die Jugendlichen. Seitdem Leben die Jugendlichen in Clans in ihren Revieren der Stadt und verteidigen sich gegen andere Clans. Jefferson ist der Anführer des Washington Square Clans. Eines Tages macht er sich mit ein paar Freunden aus dem Clan auf dem Weg auf der Suche nach dem Heilmittel. Denn das Sterben ist noch nicht vorbei, sobald die Jugendlichen das 18. Lebensjahr erreicht haben, sterben auch sie. Brainbox hat von einem Heilmittel gelesen, und so macht sich ein kleiner Trupp auf den Weg... Und selbst der kürzeste Weg ist voller Gefahren...

Kennt ihr die Serie "The Tribe" aus den 90ern? Als ich von dem Buch hörte, musste ich sofort daran denken und es lesen. Viele Ähnlichkeiten sind hier zu finden, ob die eigene teils obskure Namenswahl der Jugendlichen oder aber Kleidungsstile und Schminke, die zeigen zu welchen Clans sie gehören, die sie gebildet haben, vieles erinnert doch stark an die damalige TV-Serie. Doch ist das Buch auch anders ?! Sicherlich das Thema einer Seuche die alle Erwachsenen dahin rafft und nur noch die Jugendlichen zurück lässt ist als Thema einer Dystopie nicht gerade neu, da muss schon etwas interessantes her, dass den Leser fesselt und anlockt.

Interessant sind so einige Aspekte der Clans, mit speziellen Eigenheiten und "Vorlieben", auf die ich hier aufgrund der spoilergefahr nicht tiefer eingehen möchte. Das ein oder andere hat mich dann doch überrascht und ab da an fing die Geschichte auch an Fahrt zuzunehmen. Der Beginn war eher mäßig, aber führte schon in die Welt der Jugendlichen ein. Kein Strom, kein Handynetz, das Essen wird knapp und die Jugendlichen Leben teils in Saus und Braus, Alkohol, Sex und nun ja ungezügelt eben wenn die Erwachsenen Ihnen nichts mehr vorschreiben. Sie haben ja auch nichts mehr zu verlieren, mit 18 sterben auch sie und sind zudem durch die Seu eh unfruchtbar... Was für eine Zukunft hat die Gesellschaft da schon noch?
Gegen Mitte des Buches nimmt die Geschichte dann ordentlich an Spannung zu. Es ist teils recht brutal, was mich störte war, dass vieles sofort durch Waffen und Gewalt gelöst wurde. Mal ehrlich, soviel wie hier geschossen wurde, ist es ein Wunder, dass überhaupt noch einige Jugendliche am Leben sind oder gar noch Munition überhaupt vorhanden ist. Wäre doch fast schon knapper als die Lebensmittel...
Das Ende hat mich überrascht und ich bin gespannt, was im nächsten Teil passieren wird.

Die Sprache ist sehr jugendlich und beinhaltet auch sehr viele aktuelle Musik, Spiele und Technische Errungenschaften unseres täglichen Lebens... In ein paar Jahren mag das beim lesen schon anders aussehen und ein wenig veraltet wirken.
Die Geschichte wird abwechselnd von Jefferson und Donna in einzelnen Kapiteln aus der Ich-Perspektive erzählt. Während sich Jefferson gut ausdrückt, wenn auch sehr in der Jugendsprache, ist Donna da eher mit einem lockeren Mundwerk und einer sehr einfachem Strassenslang unterwegs, was teils wirklich nervig war. Irgendwann hat man sich entweder daran gewöhnt oder aufgrund der steigenden Handlung vergessen... 
Seltsam waren die Ausdrucksweisen von "Danach" und "das was passiert ist", was einen sofort an "der dessen Namen nicht genannt werden darf" von Harry Potter erinnert... Es ist seltsam und nicht nötig gewesen, aber vielleicht spiegelt das einmal mehr das jugendliche wieder.

Im großen und Ganzen hat mir das Buch aber gut gefallen und ich bin wirklich gespannt auf den zweiten Teil, der im März 2016 erscheinen soll. Nachdem das erste Buch ab Mitte spannend wurde, hoffe ich auf einen mindestens ebenso spannenden zweiten Teil...




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