Sonntag, 16. September 2012

[ REZENSION ] Hauke Lindemann "Wenn Engel morden"

Ein Roman über die Arbeit der himmlisches Vergeltungsboten…

Hauke Lindemann
"Wenn Engel morden"

Verlag: Emons
Preis:   € 10,90

Veröffentlichungsdatum: 12. April 2011

 
Georg und Thore sind Vergeltungsboten im Jenseits. Als eines Tages die Seele von Hoffmann zu ihnen kommt, spüren sie gleich, dass irgendetwas seltsam ist… Hoffmann scheint es nicht nur egal zu sein, dass sein Wunsch, die Frau die er liebt noch eine Nachricht von ihm bekommt oder deren Reaktion, nein Georg und Thores verdacht wird bestätigt, als sie eine anonyme Nachricht erreicht, dass Hoffmann ermordet wurde, den das aber null zu kümmern scheint. Dennoch setzen sich Georg und Thore hinter den Fall, denn irgendetwas ist faul… sie handeln nicht nur gegen die himmlischen Gesetzte, sondern kommen schon bald einer fiesen Machenschaft im Hintergrund auf die Spur und geraten dabei selber ins Visier.

Die Geschichte klang interessant, weshalb ich mir das Buch kaufte. Anders und neu. Allerdings hatte ich schnell das Gefühl, dass sich die Geschichte ziemlich hinzieht. Teilweise mag es an der Geschichte und ihren Handlungen selber liegen, teilweise auch an den Schreibstil des Autors.
Der Schreibstil kam mir ein wenig holprig vor und die häufige verwendungen von Redewendungen und Sprüchen, waren mir dann irgendwann zuviel.
Die Spannung will sich nicht so wirklich aufbauen, sondern läuft mit der Handlung nur so dahin, teils versucht der Autor selber durch Satzfolgen Spannung aufzubauen, wo ich selber als Leser aber schon längst dahinter gekommen war, was sich eigentlich dahinter verbirgt. Schade.
Die Hauptfiguren Georg und Thore sind recht unterschiedlich.
Während Georg jedoch als sehr tough und ziemlich unbezwingbare und einflußreiche Respektperson dargestellt wird, ist er doch seltsamerweise ziemlich schnell aus der Fassung zu bringen. So ist es u.a. nicht nur die anonyme Botschaft, sondern auch die Szene in der Hoffmann den Spieß umdreht und somit Georg nicht nur aus der Fassung b ringt, sondern sogar stammeln lässt. In meinen Augen ein ziemlicher Widerspruch in der Person, die mich irritierte.
Thore dagegen ist eigentlich eine Hauptperson, die aber neben Georg ziemlich schnell untergeht und dadurch schon fast in den Hintergrund gerückt wird. Bis zum Schluss erfährt man eigentlich wenig über ihn, sondern nur seine Sicht von und Stellung gegenüber Georg. Da hätte man noch mehr draus machen können.
Die Geschichte selber wird auf dem Klappentext als Komödie bezeichnet. Die flapsigen Kommentare lassen einen schon ab und zu schmunzeln, aber im Großen und Ganzen ist das Buch mehr eine Mischung aus Ironie und schwarzen Humor. Was der Geschichte aber auch nicht schadet, sondern im Gegenteil ganz gut passt.
Zudem haben mir die Vorstellungen von Jenseits und dem Weiterleben der Seelen gut gefallen, da hat sich der Autor sehr viel Mühe gegeben um ein großes Gesamtbild zu schaffen. Es ist stimmig und man bekommt eine gute Vorstellung von der geschaffenen Welt.
Somit ist abschließend zu sagen, dass „Wenn Engel morden“ ein guter Roman ist, der jedoch auch seine Schwächen hat. Die Geschichte ist allemal interessant, die Ausführung und der Schreibstil machen das ganze jedoch für mich ein wenig holpriger. Nichtsdestotrotz eine Romanidee, die mir gut gefallen hat.
 

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