Samstag, 25. August 2012

[ REZENSION ] Leigh Bardugo "Grischa - Goldene Flammen"

"Ein Feuer verbennt beim Brennen das Holz und verzehrt es, bis nur noch Asche übrig ist. Die Macht der Grischa funktioniert anders. (...) Die Anwendung unserer Macht gibt uns Kraft. Sie zehrt uns nicht auf, sondern sie nährt uns." (S.85)
 
 
 
Leigh Bardugo
"Grischa - Goldene Flammen" (Band 1)
 
Verlag: Carlsen
Preis : € 17,90
 
Erscheinungsdatum: 01. September 2012
 
 
 
Das Mädchen Alina und der Junge Maljen sind Waisen, als sie mit 8 Jahren zusammen in einem Waisenhaus eines wohlhabenden und fürsorglichen Herzogs auswachsen. Seit Kindertagen sind sie von nun an die engsten und vertrautesten Freunde.
Zehn Jahre später sind sie zusammen in der Ersten Armee des Zaren. Alina als Schülerin des Kartographen aufgrund ihrer Zeichenkünste und Maljen ist der beste Fährtensucher geworden, den es bisher gab. Als die Erste Armee eines Tages die dunkle Schattenflur durchqueren soll, in denen es von den Volkra wimmelt und sie von den Kreaturen angegriffen werden, gibt es nur wenige überlebende des Schiffes. Doch es ist Alina, die Maljen und die Besatzung des Schiffes auf wundersame Weise und einer seltsamen Macht rettete, von der sie keine Ahnung hat.
Sofort wird sie zum Dunklen geführt, den zweitmächtigsten Mann neben dem Zaren, der sie zu einer Grischa ausbilden wird. Alina hat keine andere Wahl. Der Dunkle macht ihr einerseits Angst, doch zum anderen fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Doch genauso fühlt sie sich noch immer zu Maljen hingezogen... doch kann sie dem ganzen wirklich glauben und glücklich werden als Grischa ?
 
 
"Grischa - Goldene Flammen" ist der erste Band einer kommenden Reihe von Leigh Bardugo, der sich aus der Jugend- und Fantasyliteratur heraushebt.
Mit einer eigenen Fantasywelt um die mächtigen Grischa wird der Leser in den Bann gezogen. Eine fantastische Welt in der die Magie regiert und alltäglich ist.
Das ganze ist ein wenig russisch angehaucht, es gibt einen Zaren und auch die Namen klingen ähnlich, hat aber ansonsten nichts mit der heutigen zeit zu tun und spielt auch in einem uns vergangenen zeitalter, da es keine moderne technologien oder Waffen gibt. Gekämpft wird mit Gewehren, aber auch mit Speer und Schwert.
 
 
 
Die Geschichte wird bis auf dem Prolog und Epilog, der interessanterweise allgemein gehalten wurde, aus der Ich-Perspektive von Alina erzählt. Dadurch erfahren wir viel über ihre Vergangenheit, Erinnerungen, Gefühle und Ansichten.
Die Charaktere sind wunderbar geformt. Alina und Maljen sind einem sofort sympathisch und die beiden Wachsen im laufe der Geschichte an ihrem Aufgaben.
Der Dunkle ist mit Widersprüchen behaftet und undurchschaubar. Bis zum Schluss weiß man nicht wirklich was er eigentlich wirklich denkt und ob man ihm nun trauen kann oder nicht. Dann widerum ist er einem auch durchaus sympathisch. Ein Gegenspieler oder Mitspieler ? Auf jeden Fall eine gelungene Figur in diesem Roman.
 
Anfangs ist es schwer in die Geschichte hineinzukommen. Aufgrund der eigenen Welt, der Orte und Bezeichnungen, aber auch der Figuren und deren Ränge und Funktionen, die der ganz eigenen Welt entspringen, ist es für den Leser anfangs ein wenig undurchschaubar, wer ist jetzt wer und welche Funktion und Stellung er eigentlich innehat. Doch das durchhalten lohnt sich, denn schon nach dem ersten Drittel fällt es einem beim Lesen einfacher die Grischa und ihre Unterkategorien mit eigenen Fähigkeiten auseinanderzuhalten und die Geschichte nimmt zusehends Tempo an bis hin zu einem wudnerbaren Finale des ersten Bandes.
Die Geschichte in diesem Band ist für sich zwar abgeschlossen, doch man merkt deutlich die Andeutungen auf den nächsten Teil und die Fragen die noch im Raum schweben.
 
Die Gestaltung des Buches ist ebenfalls wunderschön :
 
 
Nicht nur der Schutzumschlag ist mit dem Aquarellmotiv schön gehalten und auf einem Papier, das sich wie Aquarellpapier anfühlt, sondern auch das Buch ist aussen mit einem Wald aus Aquarell bedruckt. Innen finden sich über den einzelnen Kapiteln auch noch einmal kleine Aquarell Strichelemente wieder.
Innen befindet sich zum besseren Nachvollziehen noch eine Auflistung der Grsicharänge, sowie eine wunderschön gestaltete Karte in der sich die Geschichte der "Grischa" abspielt. Hier wird einem auch die fürchterliche Schattenflur mit den Volkra deutlich vor Augen geführt ;)
 
Ein grandioser Auftakt einer neuen Reihe, auf deren nächsten Teile ich mich jetzt schon freue. Und hoffe, dass sich die Figuren noch weiter entwickeln und die Geschichte auch noch mehr Tiefe bekommen hat, nach diesem temppreichen und fantastischem Einstieg.
 
 


1 Kommentar:

  1. Ich fand es auch total schön. Wobei ich mich frage, was soll da jetzt noch spannendes passieren?? Für mich ist das so eigentlich rund, erst recht mit dem Epilog. Naja, jetzt müssen wir ja eh warten erstmal ;)

    AntwortenLöschen