Sonntag, 3. Juni 2012

[ REZENSION ] Laura Brodie "Stimmen in der Nacht"

Eine spannende Geschichte, auf dessen erscheinen ich sehnsüchtig erwartet habe,... und ich wurde nicht enttäuscht.



Laura Brodie
"Stimmen in der Nacht"

Verlag:  dtv premium
Preis : € 14,90

Erscheinungstermin : 01. Juni 2012





Kurz vor ihrem Abschluss feiern die Studenten noch einmal eine ordentliche Party. Die Professorin Emma wohnt in der Nähe des Schauplatzes und so verirren sich jedes Jahr einige Studenten in der Nähe ihres Grundstücks um eine kleine Party im kleinen Kreise zu feiern oder sich kurz zurückzuziehen.
Dieses Mal haben sich die Studenten sogar aufs Grundstück selber getraut, einladend mit dem kleinen Bach und der Atmosphäre. Emma hat gerade ihre 5jährige Tochter Maggie ins Bett gebracht, da die Stimmen der Studenten aber störend sind, geht sie hinaus um sie zu bitten das Grundstück zu verlassen und woanders weiterzufeiern.
Sie kennt die drei Studenten, Jacob mag sie sehr. Das Mädchen eher unscheinlich und sie konnte sich daher nie den Namen merken, aber der Dritte, Kyle, war ihr schon immer unsympathisch. Als das Mädchen und Kyle nocheinmal bitten auf Toilette gehen zu dürfen, nimmt das ganze ungeahnte Folgen. Und die kleine Maggie sieht alles aus dem Spalt ihrer Zimmertür mit an...

9 Jahre später ist Maggie zu einem 15jährigen Teenager herangewachsen und kann die Vergangenheit immer noch nicht vergessen. Ihre Träume und Ängst sind wiedergekommen und sie befindet sich erneut in Therapie.
Auch in der Schule lassen ihre Leistungen nach, was vorallem an der seltsamen Mathelehrerin liegt. Maggie kommt nicht mit ihr klar, und Maggie beginnt auch diese Stunden zu schwänzen. Wieso reagiert sie so seltsam auf die Mathelehrerin ? Und was verbirgt Maggie selber ? Denn sie hat nie über die Nacht vor neun Jahren gesprochen...

Und dann kommt es zu einer ungeahnten Wendung... die die Nacht vor neun Jahren in einem neuen Licht betrachten lässt. Schockierend unerwartet.

Mir gefällt der Schreibstil der Autorin. Beinahe sanft und doch gleichzeitig Spannung aufbauend. Wer hätte gedacht, dass ein so harmloses alljährliches Treiben ein so böses Ende nehmen wird. Erst gegen Ende verdüstert sich die Stimmung, Spannung und Gänsehaut kommt auf und man ahnt, dass es nicht gut enden wird.
Auch versteht sie zu einem Zeitpunkt an dem der Leser glaubt, dass ihm alles klar zu sein scheint, das ganze durchschaut zu haben, eine neue Wendung einbringen zu lassen und die Mordnacht im neuen Licht erscheinen zu lassen.
Gleichzeitig gibt es behutsame Einblicke in die kleinkindliche Psyche, unter deren Folgen Maggie auch noch im Teenageralter leidet. Alles sehr behutsam erzählt.

Die Personen sind vielschichtig dargestellt. Bis man irgendwann mit jedem mitfühlt und nicht mehr weiß, wer ist eigentlich Gut und wer ist Böse ? Gibt es das überhaupt hier ? Und hatte das ganze nicht eigentlich einen guten Grund ? Ja vielleicht steckt man selber einmal in dieser Situation.
Man könnte diesen Roman als eine Art Psychothriller oder Psychokrimi umschreiben, aber nicht nervenaufreibend, sondern spannend aber gleichzeitig sanft erzählt.

Auch das Cover ist sehr ansprechend... man schaut dem Mädchen in die tiefen blauen Augen... und wenn man weiß was in der Leseprobe gerade passiert ist, fragt man sich was diese Augen wohl mit ansehen mussten. Gänsehaut !

Ein Buch das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.
Der Schreibstil der Autorin hat mich neugierig gemacht, so dass ich auch bereits ihren anderen Roman "Ich weiß, du bist hier" auf meinem SuB liegen habe. Auch darauf bin ich sehr gespannt.


Kommentare:

  1. *seufz* Das muss erstmal hinten auf meiner Liste Platze nehmen ... hört sich aber weiterhin gut an.

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  2. Hört sich ziemlich spannend an. Vielen Dank für die Rezension, die Lust auf mehr macht!
    LG
    Yvonne

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