Mittwoch, 9. Mai 2012

[ REZENSION ] Matt Beynon Rees "Mozarts letzte Arie"

Lust auf einen musikalischen Krimi ? Wollt ihr eintauchen in die Welt der Musik und ins alte Wien ? Dann seid ihr bei dem Buch genau richtig.
Mozart ist tot... wurde er wirklich ermordet ? Seine Schwester "Nannerl" geht dem auf dem Grund und gerät dabei selber in Gefahr.

Matt Beynon Rees
"Mozarts letzte Arie"

Verlag : C.H.Beck
Preis : € 17,95

Erscheinungsdatum : 27.März 2012




Wolfgang Amadeus Mozart, das größte musikalische Genie, das die Welt je gesehen hat, eröffnete im Oktober 1791 seiner Frau, dass er vergiftet worden sei. Sechs Wochen später, erst 35 Jahre als, war er tot.

Die Wahrheit ! Die Wahrheit, wär sie auch Verbrechen !
(Die Zauberflöte, I. Akt, 17. Auftritt)
                                                                      [ Mozarts letzte Arie, Seite 9 ]

So steht es zu Beginn des Buches, und passender als eine historische Notiz und einem Zitat aus Mozarts Zauberflöte kann man den Roman kaum einleiten.

40 Jahre nach Mozarts Tod, auf ihrem Sterbebett, gibt Mozarts Schwester Nannerl seinem jüngesten Sohn Wolfgang ihr Reisejournal. In dem steht die ganze Wahrheit über Mozarts Tod, die sie herausfand als sie kurz nach seiner Beerdigung nach Wien reiste.
1791 erhielt sie die Nachricht von Mozarts Tod mit einer Notiz, dass ihr Bruder glaubte vergiftet worden zu sein und er nicht am Frieselfieber starb. Sie reist unverzüglich nach Wien, sechs Jahre hatten die Geschwister sich nich mehr gesehen, nachdem Nannerl mit einen Dorfbeamten verheiratet wurde und aufs Land zog. Die Musik begleitete sie weiterhin, doch wurde sie nie von ihrem vater so gefördert wie Wolfgang.
In Wien besucht sie Mozarts Witwe Constanze, die Frauen waren sich nie sonderlich nahe, verstehen sich aber durch Mozarts vermächtnis immer mehr. Und Nannerl glaubt immer mehr, dass ihr Bruder recht hatte, vergiftet worden zu sein. Zusammen mit einer Notiz über eine "Grotte" und den Aussagen verschiedener freunde Bestätigen sich die Ahnungen.
Mozart war Freimaurer, viele seiner Freunde seine Logenbrüder. Doch irgendwas scheinen sie zu verheimlichen. Sie wissen mehr über die "Grotte" und Vermutungen über Mozarts Ableben. Was haben die Freimaurer zu verbergen ? Hat einer von ihnen Mozart umgebracht ? Oder war es jemand vom Kaiser, der in den Freimaurern eine wachsende Bedrohung sieht ? Denn die Freimaurer und Wolfgang Amadeus Mozart stehen und träumten für Gleichheit - ähnlich der französischen Revolution... und solchen gedankengut kann gefärhlich sein.
Doch auch Nannerl begiebt sich auf dünnes Eis. Fragt sie doch viel nach und spricht offen aus was sie denkt. Doch wem kann sie trauen ? Und dann wird sie eines Nachts auch noch überfallen...

Der Autor hat einen musikalischen Krimi im wahrsten Sinne des Wortes geschaffen. Geschickt verbindet er Mozarts Musik mit der Handlung. Die Zauberflöte als Freimaurerisches Gedankengut, aber auch die einzelnen Szenen und Gedanken und Gefühle sind eng mit der Musik verwoben, dass es eine freude ist zu lesen, fast möchte man nebenbei der Musik lauschen um die Gefühle zu verstehen.
Auch verbindet der Autor geschickt historische Elemente mit Fiktion. EIniges hat sich tatsächlich so zugetragen und auch Mozart glaubte wirklich vergiftet worden zu sein - doch konnte man dies nie nachweisen... in diesem Roman bekommen wir eine fiktive Antwort. Der Autor erklärt im Anhang was Tatsache und Fiktion ist - das sollte man wirklich zu schluss lesen, damit man merkt wie unheimlich geschickt die ganze Geschichte eingefädelt ist.
Der Zeitgeist, die steifen und verschränkten Ansichten der höheren Schicht kommt auch wunderbar zur Geltung, dass man wirklich in die Zeit eintauchen kann. Die Schwester Nannerl ist unglaublich sympathisch beschrieben.

Eine absolute Leseempfehlung nicht nru für Krimi- und Musikliebhaber !

1 Kommentar:

  1. Hui :) KLingt wunderbar.
    Das muss Ruth mir auch mal vorlesen :D

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