Sonntag, 29. April 2012

[ REZENSION ] Robert Löhr "Krieg der Sänger"

Ein Geschichte über die bekanntesten Spielleute des Mittelalters - in einem Sängerwettstreit auf Leben und Tod durch eine trügerische List

Zur Einstimmung auf die kommende Mittelaltersaison und aufgrund einer Empfehlung (Danke Herb) wollte ich mal wieder einen guten historischen Roman lesen. Und dieser hier hat mich absolut gefesselt !

Robert Löhr
"Krieg der Sänger"

Verlag : Piper
Preis:    € 19,99

Erscheinungsdatum: März 2012



Die Geschichte beginnt im 16. Jahrhundert auf der Wartburg. Martin Luther schreibt an der Übersetzung der Bibel, als er eines Nachts Besuch von Teufel bekommt. Dieser erzählt ihm die Geschichte des Sängerkrieges, der sich 1206 auf ebenjener Wartburg zugetragen hat. EIne Geschichte um ihm die Verderbtheit der Menschen aufzuzeigen.
1206 versammeln sich auf der Wartburg, des Landgrafen Heinrich von Thüringen, auf dessen Einladung die besten Sänger des deutschen Landes. Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach, Heinrich von Weißensee, Heinrich von Ofterdingen und Biterolf von Stillaha, sowie der alte blinde Reinmar von Hagenau.
Es ist kurz vor Weihnachten, die zwölf letzten Nächte des Jahres sind angebrochen und aufgrund diverser Unverständnisse untereinander kommt es zu einem Wettstreit unter den Sängern. Der beste von Ihnen soll zum Sängerkönig ernannt werden, der Verlierer allerdings verliert seinen Kopf.
Es kommt zum Wettstreit an den Weihnachtstagen... dessen Ausgang nicht nur alle überrascht, sondern auch noch ungeahnte Folgen mit sich bringt,... Denn der ganze Wettstreit ist im Grunde eigentlich eine große List und Rache...

Robert Löhr hat hier einen packenden historischen Roman vorgelegt, bei dem er wahrscheinlich teils hinzugedichtet, aber auch teils geschickt historische Elemente miteinander verwoben hat.
Das beginnt schon bei der Szene Martin Luthers und der Erscheinung des Teufels, dem er das Tintenfass entgegenwirft. Wir kennen alle die Geschichte und dass der Tintenfleck noch heute sichtbar ist als Zeichen.
Sehr schön gefallen wir auch die ganzen mittelalterlischen Glaubenshintergründe, die er geschickt mit eingewoben hat. Die zwölf Nächte in denen sich keiner nachts hinaus wagt aus Angst Frau Hulde und der wilden Geisterschar zu begegnen.
Die Geschichte ist spannend und packend geschrieben, man hängt an den gedruckten Worten und fiebert dem Wettstreit entgegen, wartet gespannt auf den Ausgang und anschließend verfolgt man gebannt die Folgen.

Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Nach einem Prolog auf der Wartburg Martin Luther und dem Teufel geht es los mit dem ersten Teil des Sängerkrieges. Dann folgt ein geschickt gesetztes Zwischenspiel wieder zurück bei Martin Luther, der Teufel kommt in der nächsten Nacht wieder und erzählt den zweiten Teil, die Folgen und wahren Hintergründe des Sängerkrieges. Abschließend gibt es noch einen Epilog wieder abgerundet bei Martin Luther.
Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Kapitel, die das Leben der einzelnen Sänger erzählen. Man erfährt zwar mehr und auch für den Fortgang der Geschichte wichtige Details, aber dennoch hatte ich da - und das ist mein einziger Kritikpunkt - manchmal das Gefühl, dass es den Lesefluss ein wenig unterbricht.

Das Buchcover ist sehr schön gestaltet und stimmig für einen historischen Roman, im Innendecke finden wir einen gezeichneten Plan der Wartburg aus dem Jahre 1206.

Sehr hilfreich war am Anfang auch das Personenverzeichnis, so dass es einem leichter fiel die ganzen Personen zuzuordnen.
Einzig Fußnoten oder dergleichen hätte ich mir gewünscht bei den immer mal vorkommenden lateinischen Sätzen, da ich kein Latein kann.

Alles in allem ein packender historischer Roman, den ich einfach nru weiterempfehlen kann.

1 Kommentar:

  1. Ooooh ... klingt guuut *mopsmerk* Und das Cover ist total toll - ganz nach meinem Geschmack :)

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