Montag, 5. März 2012

[ REZENSION ] Melanie Benjamin "Alice und ich"

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von der kleinen Alice im Wunderland ?!... doch kennt ihr auch die wahre Alice ?

Melanie Benjamin
"Alice und ich"

Preis:    € 19,95  [Hardcover]
Verlag:  C.Bertelsmann




"Ach, mein Lieber, ich bin es leid, Alice im Wunderland zu sein. Klingt das undankbar ? Gewiss. Aber ich bin es wirklich leid."

Mit diesen Worten beginnt die Geschichte der wahren Alice im Wunderland. Alice Liddel, aufgewachsen Mitte des 19. Jahrhunderts in Oxford, England, Tochter des Dekans und angesehener Familie... Für sie wurde "Alice im Wunderland" geschrieben, auf dass das kleine Mädchen nie erwachsen werden müsse,... doch Alice wurde erwachsen und die Geschichte brachte ihr nichts als Leid...

Die wenigsten von uns wissen, dass "Alice im Wunderland" für ein Mädchen Namens Alice geschrieben wurde. Lewis Carroll, so sein Pseudonym war Mathematikprofessor in Oxford, sein Name Charles Lutwidge Dodgson. Als Freund der drei kleinen Liddell Mädchen, Alice mit ihrer älteren Schwester Ina und der jüngeren Schwester Edith, verbringt er so manche Nachmittage mit den Mädchen, fotografiert sie und erzählt ihnen Geschichten. 1862 erzählt er die Geschichte von Alice im Wunderland, da war Alice 11 Jahre alt und wünschte sich nichts sehnlicher, als dass Mr. Dodgson die Geschichte für sie aufschreibt. Ihr Wunderland. Ihre nie endende Kindheit...
Auch Elemente des Lebens finden sich in der Geschichte wieder, die Katze Dinah oder eine Anlehnung an den Vater in Form des Kaninchens, ´mit der Taschenuhr in der Hand und ständig "Keine Zeit. Keine Zeit"...

Doch schon 1963 kam es zum Bruch zwischen Alice und Mr. Dodgson... was war vorgefallen in diesem Schicksalshaften Sommer ?
Jahre später scheint "Alice im Wunderland" wie ein ´Fluch über Alice's Leben zu hängen. Verhindert sie doch zu ihrer wahren Liebe Prinz Leopold zu finden... doch was war so schlimm an dem Buch, dass es Alice vergangenheit und Zukunft überschattete ?

Melanie Benjamin hat einen sehr einfühlsamen Roman erschaffen, der auf dem wahren Leben der Alice Liddell beruht. Es gab sie wirklich DIE Alice... und damit auch ihr Leid, dass kaum jemand kennt, aber deren genaues Ausmaß auch wohl nur Alice und Mr. Dodgson allein kennen und mit ins Grab genommen haben.
Wir halten hier sozusagen eine Biographie in den Händen, allerdings in Romanform gefasst und als Ich-Erzähler aus der Sicht von Alice erzählt. Getrennt in drei Lebensabschnitte, als Kind, als junge Dame und ihrer Liebe zu Prinz Leopold und als drittes im hohen Alter, welches auch weiterhin von Leid geplagt ist, verliert sie doch auch ein Teil ihrer Sohne.

Sehr gefühlvoll ist die erzählweise, der Leser ist gefangen, gerührt und tief ergriffen. Ein Buch, dass einen so manches Tränchen verdrücken lässt. Und nicht allein deshalb verdient ein Buch ein Stern mehr, wenn es einen Leser so ergreifen kann.
Ich bin froh die Geschichte der wahren Alice zu kennen, so leidvoll sie auch ist.
Ich kann es einfach nur weiterempfehlen !

                                                 5 Punkte !

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