Mittwoch, 7. März 2012

[ REZENSION ] Claudia Gabel "Dein Blut an meinen Lippen"

Ich bin enttäuscht,...
Die Geschichte von Romeo und Julia, umgewandelt in die Welt der Vampire und Vampirjäger, hätte soviel Potential gehabt,... heraus kam allerdings eine schwache Kopie des Originals mit anderem Thema drumherum...

Claudia Gabel
"Dein Blut an meinen Lippen"

Verlag: Rowohlt
Preis:     € 8,99

Erscheinungsdatum :  01. September 2011




Zum Inhalt ist daher nicht viel zu erzählen, wer "Romeo und Julia" kennt, der weiß nun wie die Handlung im Buch abläuft. Nur mit dem Unterschied, dass die Capulets ein mächtiger Vampirclan sind und die Montagues die Vampirjäger, die sich geschworen haben auch den letzten Capulet zu vernichten. In dieser Umgebung ist es Julia, die sich ein paar Tage vor ihrem 16. geburtstag zur Verwandlung zum Vampir befindet und die auf dem Fest ihrer Eltern auf Romeo trifft... so weit so gut - oder auch nicht.

Was folgt ist eine Aneinanderreihung jeglicher Vampirklischees, verpackt in einen äußerst simplen Sprach- und Schreibstil, der schon sehr lieblos wirkt. Handlung und einige Sätze sind 1:1 übernommen, die Kabelleien untereinander klingen eher wie eine möchtegern STraßenunterhaltung mit dem Versuch einen auf "obercool" zu machen oder zu zeigen was "fürn toller Hengst" man(n) doch ist... wirklich überflüssig zu lesen wie Tybalt seiner Cousine klar machen will was fürn toller Aufreißer er ist und ach ja dann hat man eben Sex, ist doch normal Cousinchen...
Natürlich wird Verona auch mal eben nach Transsylvanien verlegt...

Das ganze hat mich so einige Male fast das Buch an die Seite legen lassen... Warum hab ich dann weitergelesen ? Das Buch ist sehr dünn und ich hab mich somit dennoch durchgequält, auf eine Wendung gehofft.

Doch ich wurde weiterhin enttäuscht.
Die Geschichte von Romeo und Julia war sogar noch liebloser, fehlen auch so einige Szenen, die die beiden als Liebespaar zeigen oder sympathie für sie entwickeln lassen. Die Balkonszene ist auf wenige Sätze beschränkt, die erste gemeinsame Nacht nach der Hochzeit wird übersprungen (haha, greift da der Jugendschutz ? *Ironie*) und auch die dramatische Auseinandersetzung Julias mit ihren ELtern fehlt ganz...

Nebenbei gabs noch einige Übersetzungen (?) oder Wortschwächen, die mich die Haare raufen ließen... statt "verwandelt" werden die Menschen "umgedreht" und zu Vampiren gemacht... grmpf...
Cover ist auch nicht wirklcih das schönste, aber naja darauf kommt es zwar nicht an, aber das englische Originalcover ist bei weitem schöner.

Kurzum : Ein klarer Fehlkauf (immerhin hab ich als Gebrauchtausgabe einiges weniger gezahlt)
Die Geschichte hat Potential gehabt, aber verschenkt, und auch ein anderes Ende (was auch daneben ist) kann die Geschichte nicht retten.

Ich vergebe damit also eher einen Mitleidspunkt für die Idee.

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