Freitag, 3. Februar 2012

[ REZENSION ] Einzlkind - Harold

"Harold" von Einzlkind, das Cover allein ist schon recht skuril, der Klappentext ebenfalls... ich bin eine Weile drumrumgeschlichen und konnte mich nicht entscheiden, ob ichs nun kaufen soll oder nicht. Schließlich kam ich doch an ein günstiges Exemplar und meine Neugier siegte... ich hab es nicht bereut.


Einzlkind
"Harold"

Verlag : Bittermann
Preis : € 16,00 (Gebunden) - s.Foto

Verlag : Heyne
Preis : € 8,99 (Taschenbuch)




Die kleine Geschichte dreht sich um Harold. Harold ist... ja wie beschreibt man ihn am besten. Anders. Ja anders trifft es ziemlich gut. Denn sein liebstes Hobby ist : Selbsmord ! Jede Woche begeht Harold Selbstmord, ob im Treppenhaus mit einem Strick, wo er immer noch auf ein gutes Publikum hofft oder wahlweise auch diverse andere Mittelchen und Wege.
EInes Tages kommt es dazu, dass Harold arbeitslos wird... okay Harold findet sich auch damit irgendwie ab, doch leider kommt er auch dazu, dass er auf den 11jährigen Melvin, den Sohn der neuen Nachbarin aufpassen muss. Immerhin hat er ja nichts zu tun. Und so schweigsam (tatsächlich hört man im gesamten Buch kein Wort aus seinem Munde) wie Harold ist, wiederspricht er auch nicht - nein, innerlich stirbt er tausend Tode aber mal sehen was dabei rauskommt.
Melvin ist das genaue Gegenteil von Harold, der Junge redet wie ein Wasserfall, hochintelligent und schmeißt mit Fremdwörtern und seinen difusen Gedanken nur um sich, während Harold seinen einzelnen Gedanken nachhängt und das Denken doch schon so anstrengend ist. Zumindest kommt Melvin auf die glorreiche Idee seinen Vater suchen zu wollen, und dazu brauch er Harold...

Die ganze Geschichte ist skuril. Der Schreibstil ist ebenso kurios, kein Satz vergeht ohne irgendeine Ironie, schwarzem trockenem Humor und gleichzeitig jeder Menge Charme.
Besonders lustig ist wie die Handlung fortzieht, Harold von einer Situation in die nächste Stolpert und dabei immer an einem Gedanken hängen bleibt - und sich diverse Todesarten in dem Moment ausdenkt. Immerhin sein liebstes Hobby ist ja der Selbstmord !

Bis auf ein paar Dialoge, die ich schon ein wenig Grenzwärtig finde (sei es die Deutschen und den 2. WK betreffend oder Obdachlosen gegenüber) - wofür ich den Punktabzug erteile, ist die Geschichte durchaus gelungen und empfehlenswert, wenn auch kurzweilig und nicht unbedingt vom bleibenden EIndruck, aber mal wieder etwas anderes als Lesestoff.
Leser von "Der 100jährige der aus dem Fenster stieg und verschwand" werden vllt ebenfalls hieran gefallen finden, wenn auch der Hundertjährige noch viel mehr Charme hat,...

Für Freunde ausgefallener Literatur aber durchaus einen Blick wert, 4 von 5 Punkten !

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